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Töpfermarkt, Bewirtung der Hütte an den Gablenzer Teichen.

Landhotel Sperlingsberg – Mandy Hirsch • 10. Mai 2023
So stell ich mir Projekte vor, welche sich zu Lernorten außerhalb von Schulgebäuden entwickeln, unseren Kindern Vertrauen schenkt und diese zur Selbstständigkeit begleitet wie auch ganz nebenbei aufs Leben vorbereitet...

Aus unternehmerischer Sicht meine ich sogar, daß solch ein Einsatz, wie dieser am vergangenen Wochenende, dazu führt, den Mitarbeitermangel in gewissen Stoßzeiten zu kompensieren, die Bindung zu zukünftigen Auszubildende aufzubauen und Kundenbindung zu praktizieren.


In diesem Jahr wurde unserem Gastgeberteam vom Landhotel Sperlingsberg die gastronomische Betreuung der Teichhütte angeboten. Da eines unserer Gesellschaften abgesagt hat, nutzen wir dieses Zeitfenster und sagen zu.


Der Töpfermarkt um das Parkteichgelände im Landschaftsschutzgebiet Paradiesgrund ist ein beliebter Höhepunkt am ersten Maiwochenende und ein alljährliches, gelungenes Ereignis der Veranstaltungsinitiative meiner Heimatstadt Crimmitschau.


Erstmalig als Betreuer an der Hütte, wußte ich nicht, in welcher Dimension ich mich auf was einlassen darf. Ohne mir meine Zweifel anmerken zu lassen, trat ich auf meine großen Mädels und ihren Freundeskreis zu. Ohne Überredungskünste zu gebrauchen, begannen wir vom ersten Moment an, Pläne zu schmieden.

Als Erstes besprachen wir das Angebot und den Mitarbeitereinsatzplan. Unaufgefordert wurde daraufhin von den Kids ein Töpfermarkt-Telegramgruppe gegründet, welche die Absprache untereinander vereinfachen sollte. Im nächsten Schritt haben wir unsere Hütte in Stand gebracht. Das war harte und schmutzige Arbeit, welche veranlasste, sich zu überlegen, welches Putzmittel die Arbeit am meisten erleichtern könnte. Während den Vorbereitungsarbeiten wurden noch weitere Ideen aufs Papier gebracht. Dabei wurde ein Gewinnspiel ausgearbeitet und Glitzer-Tattoos sollten Zeiten überbrücken, falls mal nichts zu tun sei. Smoothies wollten die Kinder machen. Grüne mit Vogelmiere und Löwenzahn sollten es sein und auf jeden Fall auch welche ohne grün. Somit war ich schon das erste Mal raus. Als Erwachsener mußte ich mich von meinen Vorstellungen lösen und übte mich im Vertrauen. Theoretisch wollte ich, neben Rostern und Vegi-Teigtaschen, Obstsalat für Kinder anbieten, aber Smoothies sind halt cooler.

Ein weiteres Mal waren meine Argumente bei der Preisgestaltung herausgefordert. Ich sei mit meinen Vorstellungen zu teuer. So ließ ich mich auf ein beeindruckendes Gespräch ein, welches uns allen neue Horizonte eröffnete. Während des Services an den zwei Töpfertagen stellte sich schnell heraus, wer sich für den Arbeitsplatz verantwortlich fühlte, wer auf die Qualität achtete und wer das Zepter in der Hand hatte. Ich war das jedoch nicht. Ich war Mentor, so wie ich mir diesen vorstelle. Stiller Beobachter und im richtigen Moment da, wo dieser gebraucht wird. Die Kinder organisierten sich selbst und achteten penibel darauf, was wir aus dem Jugendschutzgesetz heraus erkannt haben. So mußte ich mich von der Kasse lösen und wurde an den Bierzapfhahn delegiert.


Schon zu meinen Barzeiten, liebte ich die Position am Zapfhahn, denn von dort aus habe ich den besten Rundumblick. Was mir dieses Mal bewusst wurde, lässt mir noch immer Glückstränen in die Augen fließen.

Wo sonst ungeduldige, vom Hunger geprägte Menschen in Schlangen warteten, wurde ebenfalls mitgerechnet und anerkennenswerter Umgang untereinander gepflegt. Gäste wechselten wie von selbst in weise Lernbegleiterrollen. Ich konnte förmlich die Freude in den Gesichtern bemerken, welche Gefühle auslösen, wenn Menschen einfach etwas Gutes tun. Weiter beobachtete ich Eltern, welche voller Stolz fast platzten. Mitzuerleben, wie dieses Team von 11-13-Jährigen miteinander wuchs und wie Krabbelkinder einfach loslief, war für uns Eltern einfach nur magisch und ein weiterer Abnablungsprozess.


In meinem Kopf entwickelt sich dieses Erlebnis schon jetzt weiter. So junge Menschen in unternehmerische Abläufe zu integrieren, soll kein Ersatz für Schule oder Ausbildung sein. Dieses Miteinander ist Lernen fürs Leben für Schüler und Führungskräfte. Diese Kinder sind wie Eier, welche von allein schlüpfen wollen. Ihnen muß man nicht sagen, daß sie loslaufen müssen, denn sie wollen es automatisch. Die Herausforderung für mich als Chefin oder Führungskraft ist jedoch hochachtungsvoll, denn es ist so notwendig, mir klar zu sein, was ich den Kindern vermitteln möchte. Dabei ist in meiner Welt fachliche Kompetenz sehr wertvoll. Wohl wiegen menschliche Fähigkeiten dabei wesentlich mehr. 


Während der Vorbereitung, der Nacharbeit wie auch der Umsetzung der Betreuung der Hütte wurden so viel wertvolle Bindungen geknüpft und so viele Barrieren überwunden, wie ich es in meiner Lehrzeit noch nie auf einmal erlebt habe. Ich kann mir vorstellen, daß Einsätze wie unserer in weitere Branchen übertragbar sind und dazu beitragen, daß sich auf allen Seiten – Lernenden, Lehrenden, Eltern wie auch Kunden – bereichernde Lerneffekte entwickeln.


Ich denke, unser Schulsystem benötigt Eltern, Lehrer und Unternehmer, welche sich noch mehr oder anders für unsere Kinder und deren Bildung einsetzen. WIE das funktionieren kann, habe ich am vergangenen Wochenende erlebt, als mein so junges Team geschafft, aber glücklich und erfüllt in den Feierabend ging.


Respekt und hohe Anerkennung zeugt meinen Jungs und Mädels, welche sich begeistert haben für das Gastgeberteam in Gablenz.


Vom Herzen Mandy Hirsch


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